Gebirge, Oberflächen und Rauheit
Gebirgsprofile wirken über Maßstabswechsel verwandt, werden aber meist selbstaffin modelliert: Waagerechte Entfernung und senkrechtes Relief skalieren unterschiedlich.

Ein Rauheitsexponent
Bei einem selbstaffinen Höhenfeld wächst die typische Höhendifferenz als Potenz des waagerechten Abstands. Der Hurst-Exponent fasst diese Beziehung über einen Skalenbereich zusammen und hängt unter Modellannahmen mit Spektralneigung und Oberflächendimension zusammen.
Bei selbstaffinen Höhenfeldern wächst die typische Höhendifferenz mit horizontalem Abstand ungefähr wie Δxᴴ. Ein kleiner H-Wert erzeugt rauere, ein größerer glattere Flächen. Die Schätzung kann aus Profilen, Variogrammen oder Spektren erfolgen und ist nur über einen begrenzten Bereich sinnvoll. Rasterzellengröße und Trend der Gesamtlandschaft müssen berücksichtigt werden, sonst wird Hangneigung mit lokaler Rauheit vermischt.
Prozesse hinterlassen Richtungen
Tektonik, Erosion, Vergletscherung, Sedimenttransport und Gesteinswiderstand erzeugen Rücken und Täler mit bevorzugten Richtungen und charakteristischen Skalen. Eine einzige isotrope Fraktalfläche erklärt nicht alle davon.
Flüsse schneiden bevorzugte Richtungen ein, Gletscher verbreitern Täler, Schichtgestein erzeugt Kanten und Tektonik ordnet ganze Rücken. Solche Anisotropien widersprechen einem isotropen Zufallsfeld. Richtungsabhängige Messungen können sie sichtbar machen. Eine Landschaft ist daher nicht bloß Rauschen mit passendem Exponenten; ihre Formen tragen Gedächtnis unterschiedlicher Prozesse und Zeitskalen.
Synthetisches Gelände braucht mehr als Rauschen
Fraktionales Rauschen erzeugt plausible Rauheit von grob bis fein; überzeugende Landschaften ergänzen Entwässerung, Erosion, Materialschichten und skalenbewusste Schattierung. Fraktale Synthese liefert ein Ausgangsfeld, Geomorphologie gibt ihm Geschichte.
Ein glaubwürdiges synthetisches Gelände beginnt oft mit skalenreichem Rauschen, benötigt danach aber Entwässerung, Erosion und materialabhängige Regeln. Domain-Warping bricht das Koordinatengitter, kann jedoch keine physikalisch plausiblen Flussnetze garantieren. Erst wenn Wasser bergab zusammenläuft, Sediment transportiert und Hänge stabilisiert werden, entstehen Zusammenhänge zwischen Tal, Rücken und Schutt, die über reine Textur hinausgehen.
Quellen und Vertiefung
Die Darstellung fasst die folgenden Fachquellen in eigenen Worten zusammen. Abruf und redaktionelle Prüfung: 12. August 2026.

