Sierpiński-Dreieck und -Teppich
Sierpiński-Konstruktionen behalten wiederholt ausgewählte Teilformen und entfernen den Rest. Ihre einfachen Raster machen Skalierung, Dimension und Zusammenhang besonders sichtbar.

Dreieck durch Entfernen oder Chaosspiel
Man teilt ein Dreieck in vier kongruente Dreiecke, entfernt die Mitte und wiederholt dies in den verbleibenden drei. Derselbe Grenzwert entsteht im Chaosspiel: Der aktuelle Punkt wandert stets halb zu einer zufällig gewählten Ecke.
Beim Dreieck bleiben in jeder Stufe drei Kopien im halben Maßstab. Deshalb ist seine Ähnlichkeitsdimension log 3/log 2. Das Chaosspiel erzeugt dieselbe Menge überraschend anders: Man wählt zufällig eine Ecke und springt jeweils zur Mitte zwischen aktuellem Punkt und dieser Ecke. Nach einer Einschwingphase liegen die Punkte trotz Zufallswahl fast ausschließlich auf dem Sierpiński-Dreieck. Die Kontraktionen bestimmen die Geometrie; der Zufall verteilt nur die Stichproben.
Teppich und Dimension
Der Teppich teilt ein Quadrat in neun Teile und entfernt die Mitte; acht Kopien im Maßstab ein Drittel bleiben. Seine Ähnlichkeitsdimension lautet log 8 / log 3, während die Fläche gegen null geht.
Beim Teppich bleiben acht der neun Drittelquadrate, also lautet die Ähnlichkeitsdimension log 8/log 3. Seine Fläche wird pro Stufe mit 8/9 multipliziert und verschwindet im Grenzwert. Dennoch bleibt die Menge zusammenhängend und besitzt Wege über viele Skalen. Die beiden Kennzahlen erzählen verschiedene Teile derselben Konstruktion: Fläche misst den belegten Anteil, Dimension die Wachstumsrate der benötigten Detailabdeckung.
Struktur überlebt die fehlende Fläche
Das Dreieck bleibt über Punkte verbunden; der Teppich enthält Wege um Löcher jeder Konstruktionsskala. Fläche, Zusammenhang und dimensionale Komplexität beschreiben damit unterschiedliche Seiten einer Menge.
Das zentrale Loch ist kein isolierter Defekt, sondern wird in jeder verbleibenden Kopie wiederholt. Dadurch überlebt sein Muster, obwohl die gesamte Fläche gegen null strebt. In einer endlichen Abbildung hängt die Wirkung stark von der Stufe ab: Zu wenige Iterationen zeigen nur grobe Aussparungen, zu viele erzeugen Moiré und verschluckte Linien. Eine gute Darstellung stimmt Iteration und Pixelraster aufeinander ab.
Quellen und Vertiefung
Die Darstellung fasst die folgenden Fachquellen in eigenen Worten zusammen. Abruf und redaktionelle Prüfung: 12. August 2026.
- Sierpiński SieveWolfram MathWorld
- Fractal Geometry: Mathematical Foundations and ApplicationsWiley


